wo fange ich nur an

es waren soviele eindrücke und erlebnisse ...und wieder wird man mit dem kopf darauf gestossen, was in unserer welt alles so selbstverständlich ist...wie gut und wie nicht gut es uns eigentlich geht....mit was man zufrieden sein sollte...und wie schnell man mit den einfachsten dingen zufrieden ist..wenn es kein funk und fernsehen gibt wo einem eine glückliche welt vorgegaukelt wird..weil man gerade das und das produkt hat..kauft etc...und wie schnell sich die werte verschieben...da ist eben wichtiger ein handy zu haben statt zu essen...

die commune, ich war bei einem volk, kichwa genannt welches das erstemal vor 15 jahren nen weissen gesehen hat, nen helikopter (von der ölindustrie)...menschen die einfach kommen und sagen..ihr müsst jetzt mal leben wie „normale menschen“...zusammengafasst in dieser commune leben 400 menschen kichaw, sie haben das eine projekt, die sani-lodge, wo ich auch übernachten durfte..über diese projekt wird organisiert das alle mitglieder medizinische betreuung erhalten, latrinen, schule und aller halbe jahre routiert die mannschaft die dort arbeitet ansonsten leben alle verstreut auf über 150 km den coca river entlang ...es gibt aber ein sogenanntes gemeinschaftszentrum, wo auch die schule ist...der ort an welchen irene und ich dann tätig waren...

zuerst stellten wir papier her mit den kindern und ich lernte dabei natürlich ein grossteil der mitglieder kennen....jaja papier herstellen..wat für ne scheissarbeit...über 3 tage zerrissen wir altes papier in kleinste stückchen...kleiner und kleiner, die kinder machten fleissig mit  anschliessend wurde alles in grosse bottiche gefüllt und nachdem wir damit endlich fertig waren..wurde das ganze für mehr als 24h in wasser eingelegt..und es mussten siebformen hergestellt werden aus ästen, altem sieb und lianen um das ganze zusammen zuhalten...dann die pampe im wahrsten sinne des wortes...sieben in form bringen und auf alten tüchern zum trocknen auslegen...irgendwann kommt dann graues papier gesprengelt mit farbtupfer heraus...schneiden mit getrockneten blumen aus dem dschungel bekleben und hübsch machen und ab nach quito zum verkauf für die touris...

nun fragt ihr euch sicher..wat soll das ganze..und was ist mit der schokolade...?

also als erstes möchte irene bei den menschen, hauptsächlich bei den kindern eine vorstellung zum umweltbewusstsein wecken..weil dort nämlich der müll und alles andere gern, so wie es die ölindustrie vormacht, einfach fallengelassen wird dort..auf toilette geht man in den wald oder in den verschmutzten fluss, worin aber auch gebadet, wäsche gewaschen oder raus getrunken wird...ihr erkennt den kreislauf...

grosses interesse hatte ich natürlich auch am medizincenter, welches aus 3 räumen besteht im überraschend nicht so üblen zustand...pato der ortansässige erste hilfe-helfer erzählte mir das 1x die woche ein doktor von der ölindustrie nach den patienten schaut...betten gab es da nur 2 aber es war so halbwegs sauber alles... er fragte mich nach ideen veränderungen...nun da hatte ich 3 vorschläge, hygiene, hygiene und nochmals hygiene...

naja kaum war ich da, kam auch schon die erste frau mit ihrem kind , welches ne infusion brauchte und eine antibiotikaspritze....pato war überglücklich das ich ihn da unterstützen konnte..weil sonst müssten sie immer auf den arzt warten und so konnte ich ihm das mal alles in ruhe zeigen...weil kaum hatte sich das rumgesprochen..war gleich mal ne traube patienten vor der tür...

nun, ich habe eigentlich gearbeitet die ganze woche unter sehr spannenden bedingungen...

aber wie kam es zur schokolade...?

das war eigentlich die schönste arbeit...zuerst werden die kakaobohnen gesammelt, getrocknet und geröstet...dann geschält...unsereins hatte gleich mal blasen an den fingern, weil heiß und schwierig...dann wird das alles durch den wolf gedreht...was nicht schwierig klingt aber das eisenteil was wir zur verfügung hatten..nunja..uns lief der schweiss aber unter dem heftigen anfeuern der kinder...gab natürlich jeder sein bestes...dann kommt der erste dunkle kakao heraus..der wird dann mit etwas zucker vermischt weil der ist ja so ölig und das ganze wird dann noch 3x durch den wolf gedreht...wobei das jedesmal anstrengender wird und dann nimmt man etwas von dem kakao und tut das ganze in eine schüssel und klopft damit auf den boden und überraschenderweise kann man dabei zusehen wie aus dem kakao schokolade wird...eine richtig harte masse...wir hatten natürlich alle grosse freude....

später gab es sogar noch 2 hochzeiten die ich beobachten durfte und die beiden paare waren sehr glücklich weil wir konnten fotoś machen und irene wird sie dann später ausdrucken...

pato reichte mir nach der feier eine frucht, die er mir von einem baum gepflückt hatte..oberlecker..noch nie gegessen...wir teilten uns diese tolle erfrischung...danach schaute er mir tief in die augen fragte mich etwas..ich verstand nur die hälfte..und sagte mal ja...und plötzlich feierte das ganze dorf...wir sind jetzt wohl verlobt....ich wusste nicht das wenn man sich diese frucht teilt..eine hochzeitseinwilligung ist...

nun wie es weiter geht... teil 2 folgt sobald