wie ging es weiter...natürlich wurde ich nicht verheiratet..obwohl pato das sicherlich schon gerne gehabt hätte ( ich glaube er war sehr angetan von unserer zusammenarbeit im medizincenter) und zum glück war alles auch nur eher ein spass..wenn schon für die einheimischen eigentlich etwas bedeutung dahinter stand...

ich war sehr glücklich, das ich am ende alles so gut überstanden hatte, ich ahnte ja nicht im geringsten was noch auf mich zukommen sollte...

eigentlich hatte ich mich schon die ganze zeit gewundert, wie das immer so mit der kommunikation unter den einzelnen familien, die so verstreut am fluss und im busch wohnen klappt ohne handy, funk etc. aber die haben da ein ganz ausgeklügeltes system...den ganzen fluss entlang..irgendwie weiss immer jeder wo der andere ist ...ich bin aber nicht dahintergestiegen..

trotzdem kam es zum problem... leider ging etwas schief an dem vorletzten tag..unser kanu welches uns in der commune'abholen sollte, kam nicht bzw. verpasste uns..wie auch immer, es war ca 16 uhr am nachmittag, wir waren ca 40 km entfernt von unserer lodge mitten im dschungel, die moskitos und sandflies waren eifrig dabei uns aufzuessen und sehr schnell erkannte ich die bedeutung des wortes caminar...laufen, gehen, wandern, rennen...like this...

die ersten 10 km liefen wir sehr schnell(die zeit sass uns mächtig im nacken..denn wenn die sonne untergeht...) am ufers des flusses entlang immer in der hoffnung ein kanu zu catchen..gibt hier leider keine wassertaxis...das problem war ausserdem noch, ich hatte 2 grosse offene blutblasen an den füssen vom laufen in den gummistiefel die tage davor und der weg war zum teil eher ein pfad wo wir bis weit über die knie im schlamm versanken...irgendwann kamen wir dann irgendwo an...ich wartete mit irene am ufer und war sehr dankbar dafür..die anderen beiden schlugen sich 2 km weiter in den busch..da sollte irgendwer sein der eventeuell nen kanu irgendwo hat...glück im unglück..das kanu gab es aber ein riesenloch vorn am bug..also mussten wir alle weit hinten auf dem rand sitzen...damit nicht soviel wasser eindringen konnte während der fahrt..aber in solchem augenblicken ist man ja nicht mehr wählerisch...das kanu konnte uns aber nur bis zu den einen seitenarm bringen ab da mussten wir erstmal wieder weiter zu fuss weiter richtung unserer lagune..an einer seichten stelle wo wir sonst auch immer aus dem kanu mussten überquerten wir den fluss ...zumindestens worden wir den schlamm los...aber waren bis zum brustkorb nass....naja war ja warm..nur hatte ich nicht so ne freude...weil ich weiss ja nicht was alles in dem wasser ist....dann weiter walking bis wir zum südlichsten teil der lagune gelangten...juhu die lodge war in ferne zu sehen aber kein kanu, keiner hörte uns...was tun...alle meinten schwimmen...und die sachen (kamera usw) am ufer zurücklassen und später holen..damit hätte ich auch kein problem gehabt...aber den abend davor hatte ich gemütlich am pier gesessen mit einer grossen lampe und voller freude die lagune abgeleuchtet und die cayman (krokodile) augen gezählt die lustig über dem wasser mir wie reflektoren entgegen strahlen...die sonne war untergegangen und ich hätte im letzten teil der dämmerung mich locker flockig zwischen die krokodile in die fluten stürzen sollen...angeblich schliefen die wohl noch...ABER NEIN...an dem punkt war dann fertig...vielleicht feige oder auch nicht...da war meine grenze...bis hierhin und nicht weiter...wir liefen also weiter in richtung lodge riefen und schrien laut..keiner hörte uns...an der verhältnissmässig engsten stelle sind dann irene und der andere guide ins wasser und natürlich ohne probleme rübergeschwommen...aber der guide und irene leben hier...kennen das ganze teretorium...ich nicht..naja ENDE GUT ALLES GUT..die beiden kamen mit dem ersehnten kanu an....und es gab ne halbe stunde später ne kalte dusche aber ein schönes heisses abendbrot und später etwas rum..

survived aber traumatisiert landete ich 2 tage später in den armen von moritz und seiner familie...

wir feierten sehr intensiv mein überleben...lustig war nur für alle das ich am nächsten morgen..aus meinen träumen gerissen, wie eine wahnsinnige im wohnzimmer von moritz und franka umherstürtze meine sachen in windeseile zusammenpackte aufgeregt und ängstlich immer rief ..“oh gott oh gott..schnell wir verpassen unser kanu“...

es dauerte eine weile bis ich realisierte..ich bin in tena..ich brauche alles andere um voranzukommen aber ganz sicher kein kanu...

ihr seht die situation hat einen bleibenden eindruck hinterlassen...aber zum glück wusste ich zu diesem zeitpunkt noch nicht was in sachen boot..tage später auf den galapagosinseln noch auf mich zukommen sollte...

und genau da bin ich jetzt...angekommen auf galapagos..