Verlobung endet mit einem Kanutrauma
28. November 2008 20:57, geschrieben von peggypfeiffer, Kategorien [ Allgemein ][ (1) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
ich war sehr glücklich, das ich am ende alles so gut überstanden hatte, ich ahnte ja nicht im geringsten was noch auf mich zukommen sollte...
eigentlich hatte ich mich schon die ganze zeit gewundert, wie das immer so mit der kommunikation unter den einzelnen familien, die so verstreut am fluss und im busch wohnen klappt ohne handy, funk etc. aber die haben da ein ganz ausgeklügeltes system...den ganzen fluss entlang..irgendwie weiss immer jeder wo der andere ist ...ich bin aber nicht dahintergestiegen..
trotzdem kam es zum problem... leider ging etwas schief an dem vorletzten tag..unser kanu welches uns in der commune'abholen sollte, kam nicht bzw. verpasste uns..wie auch immer, es war ca 16 uhr am nachmittag, wir waren ca 40 km entfernt von unserer lodge mitten im dschungel, die moskitos und sandflies waren eifrig dabei uns aufzuessen und sehr schnell erkannte ich die bedeutung des wortes caminar...laufen, gehen, wandern, rennen...like this...
die ersten 10 km liefen wir sehr schnell(die zeit sass uns mächtig im nacken..denn wenn die sonne untergeht...) am ufers des flusses entlang immer in der hoffnung ein kanu zu catchen..gibt hier leider keine wassertaxis...das problem war ausserdem noch, ich hatte 2 grosse offene blutblasen an den füssen vom laufen in den gummistiefel die tage davor und der weg war zum teil eher ein pfad wo wir bis weit über die knie im schlamm versanken...irgendwann kamen wir dann irgendwo an...ich wartete mit irene am ufer und war sehr dankbar dafür..die anderen beiden schlugen sich 2 km weiter in den busch..da sollte irgendwer sein der eventeuell nen kanu irgendwo hat...glück im unglück..das kanu gab es aber ein riesenloch vorn am bug..also mussten wir alle weit hinten auf dem rand sitzen...damit nicht soviel wasser eindringen konnte während der fahrt..aber in solchem augenblicken ist man ja nicht mehr wählerisch...das kanu konnte uns aber nur bis zu den einen seitenarm bringen ab da mussten wir erstmal wieder weiter zu fuss weiter richtung unserer lagune..an einer seichten stelle wo wir sonst auch immer aus dem kanu mussten überquerten wir den fluss ...zumindestens worden wir den schlamm los...aber waren bis zum brustkorb nass....naja war ja warm..nur hatte ich nicht so ne freude...weil ich weiss ja nicht was alles in dem wasser ist....dann weiter walking bis wir zum südlichsten teil der lagune gelangten...juhu die lodge war in ferne zu sehen aber kein kanu, keiner hörte uns...was tun...alle meinten schwimmen...und die sachen (kamera usw) am ufer zurücklassen und später holen..damit hätte ich auch kein problem gehabt...aber den abend davor hatte ich gemütlich am pier gesessen mit einer grossen lampe und voller freude die lagune abgeleuchtet und die cayman (krokodile) augen gezählt die lustig über dem wasser mir wie reflektoren entgegen strahlen...die sonne war untergegangen und ich hätte im letzten teil der dämmerung mich locker flockig zwischen die krokodile in die fluten stürzen sollen...angeblich schliefen die wohl noch...ABER NEIN...an dem punkt war dann fertig...vielleicht feige oder auch nicht...da war meine grenze...bis hierhin und nicht weiter...wir liefen also weiter in richtung lodge riefen und schrien laut..keiner hörte uns...an der verhältnissmässig engsten stelle sind dann irene und der andere guide ins wasser und natürlich ohne probleme rübergeschwommen...aber der guide und irene leben hier...kennen das ganze teretorium...ich nicht..naja ENDE GUT ALLES GUT..die beiden kamen mit dem ersehnten kanu an....und es gab ne halbe stunde später ne kalte dusche aber ein schönes heisses abendbrot und später etwas rum..
survived aber traumatisiert landete ich 2 tage später in den armen von moritz und seiner familie...
wir feierten sehr intensiv mein überleben...lustig war nur für alle das ich am nächsten morgen..aus meinen träumen gerissen, wie eine wahnsinnige im wohnzimmer von moritz und franka umherstürtze meine sachen in windeseile zusammenpackte aufgeregt und ängstlich immer rief ..“oh gott oh gott..schnell wir verpassen unser kanu“...
es dauerte eine weile bis ich realisierte..ich bin in tena..ich brauche alles andere um voranzukommen aber ganz sicher kein kanu...
ihr seht die situation hat einen bleibenden eindruck hinterlassen...aber zum glück wusste ich zu diesem zeitpunkt noch nicht was in sachen boot..tage später auf den galapagosinseln noch auf mich zukommen sollte...
und genau da bin ich jetzt...angekommen auf galapagos..
papierherstellung,schokoladenverarbeitung, medizinische notfälle und heiratsantrag im dschungel
20. November 2008 03:15, geschrieben von peggypfeiffer, Kategorien [ Allgemein ][ (4) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
wo fange ich nur an
es waren soviele eindrücke und erlebnisse ...und wieder wird man mit dem kopf darauf gestossen, was in unserer welt alles so selbstverständlich ist...wie gut und wie nicht gut es uns eigentlich geht....mit was man zufrieden sein sollte...und wie schnell man mit den einfachsten dingen zufrieden ist..wenn es kein funk und fernsehen gibt wo einem eine glückliche welt vorgegaukelt wird..weil man gerade das und das produkt hat..kauft etc...und wie schnell sich die werte verschieben...da ist eben wichtiger ein handy zu haben statt zu essen...
die commune, ich war bei einem volk, kichwa genannt welches das erstemal vor 15 jahren nen weissen gesehen hat, nen helikopter (von der ölindustrie)...menschen die einfach kommen und sagen..ihr müsst jetzt mal leben wie „normale menschen“...zusammengafasst in dieser commune leben 400 menschen kichaw, sie haben das eine projekt, die sani-lodge, wo ich auch übernachten durfte..über diese projekt wird organisiert das alle mitglieder medizinische betreuung erhalten, latrinen, schule und aller halbe jahre routiert die mannschaft die dort arbeitet ansonsten leben alle verstreut auf über 150 km den coca river entlang ...es gibt aber ein sogenanntes gemeinschaftszentrum, wo auch die schule ist...der ort an welchen irene und ich dann tätig waren...
zuerst stellten wir papier her mit den kindern und ich lernte dabei natürlich ein grossteil der mitglieder kennen....jaja papier herstellen..wat für ne scheissarbeit...über 3 tage zerrissen wir altes papier in kleinste stückchen...kleiner und kleiner, die kinder machten fleissig mit anschliessend wurde alles in
nun fragt ihr euch sicher..wat soll das ganze..und was ist mit der schokolade...?
also als erstes möchte irene bei den menschen, hauptsächlich bei den kindern eine vorstellung zum umweltbewusstsein wecken..weil dort nämlich der müll und alles andere gern, so wie es die ölindustrie vormacht, einfach fallengelassen wird dort..auf toilette geht man in den wald oder in den verschmutzten fluss, worin aber auch gebadet, wäsche gewaschen oder raus getrunken wird...ihr erkennt den kreislauf...
grosses interesse hatte ich natürlich auch am medizincenter, welches aus 3 räumen besteht im überraschend nicht so üblen zustand...pato der ortansässige erste hilfe-helfer erzählte mir das 1x die woche ein doktor von der ölindustrie nach den patienten schaut...betten gab es da nur 2 aber es war so halbwegs sauber alles... er fragte mich nach ideen veränderungen...nun da hatte ich 3 vorschläge, hygiene, hygiene und nochmals hygiene...
naja kaum war ich da, kam auch schon die erste frau mit ihrem kind , welches ne infusion brauchte und eine antibiotikaspritze....pato war überglücklich das ich ihn da unterstützen konnte..weil sonst müssten sie immer auf den arzt warten und so konnte ich ihm das mal alles in ruhe zeigen...weil kaum hatte sich das rumgesprochen..war gleich mal ne traube patienten vor der tür...
nun, ich habe eigentlich gearbeitet die ganze woche unter sehr spannenden bedingungen...
aber wie kam es zur schokolade...?
das war eigentlich die schönste arbeit...zuerst werden die kakaobohnen gesammelt, getrocknet und geröstet...dann geschält...unsereins hatte gleich mal blasen an den fingern, weil heiß und schwierig...dann wird das alles durch den wolf gedreht...was nicht schwierig klingt aber das eisenteil was wir zur verfügung hatten..nunja..uns lief der schweiss aber unter dem heftigen anfeuern der kinder...gab natürlich jeder sein bestes...dann kommt der erste dunkle kakao heraus..der wird dann mit etwas zucker vermischt weil der ist ja so ölig und das ganze wird dann noch 3x durch den wolf gedreht...wobei das jedesmal anstrengender wird und dann nimmt man etwas von dem kakao und tut das ganze in eine schüssel und klopft damit auf den boden und überraschenderweise kann man dabei zusehen wie aus dem kakao schokolade wird...eine richtig harte masse...wir hatten natürlich alle grosse freude....
später gab es sogar noch 2 hochzeiten die ich beobachten durfte und die beiden paare waren sehr glücklich weil wir konnten fotoś machen und irene wird sie dann später ausdrucken...
pato reichte mir nach der feier eine frucht, die er mir von einem baum gepflückt hatte..oberlecker..noch nie gegessen...wir teilten uns diese tolle erfrischung...danach schaute er mir tief in die augen fragte mich etwas..ich verstand nur die hälfte..und sagte mal ja...und plötzlich feierte das ganze dorf...wir sind jetzt wohl verlobt....ich wusste nicht das wenn man sich diese frucht teilt..eine hochzeitseinwilligung ist...
nun wie es weiter geht... teil 2 folgt sobald
schokolade mitten im dschungel zur columbianischen grenze
09. November 2008 17:05, geschrieben von peggypfeiffer, Kategorien [ Allgemein ][ (1) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
so ihr lieben...
jetzt bin ich aber wirklich aufgeregt und freue mich riesig über die chance..
denn es geht in 1 h stunde ab nach coca...dann weiter mit dem kanu ca 100km auf dem river napo ... bis knapp an die kolumbianische grenze in eine indianercommune...dort werde ich irene treffen, die ist schon vorgefahren...
irene ist eine spanierin die seit längerer zeit für die commune und gegen die ölindustrie, die den urwald abholzen will, arbeitet und ich kann sie dorthin begleiten..bzw. wir werden wohl eien workshop machen und unter anderen mit den kindern schokalade herstellen...wie auch immer..irene weiss wie und ich und die kinder werden es lernen...auf jeden fall habe ich so das permit bekommen das ich da mit in die commune, in das indianerdorf kann..
es liegt wohl ziemlich tief im dschungel...und nixe strom und so...bin schon richtig gespannt...aber macht euch keine sorgen..wird bestimmt sehr aufregend und vielleicht komme ich auch unverheiratet zurück..und ganz..hihihi
gestern war ich noch unterwegs in quito, eine gruppe deutscher touristen welche ich im hostal traf, fragte mich ob ich lust hätte die gefährliche aber besonders schöne strasse la ronda zu besuchen...nun ja zu sechst schauten wir der gefahr mutig ins auge und verlebten einen sehr lustigen und ungefährlichen abend..ich weiss nicht..es gibt da soviel polizei..manchmal übertreiben die reiseführer aber ziemlich...
alles in allem...ein dank und lieben gruss an petra, steffi, rüdiger, peter und martin...es war wirklich sehr schön und aufregend mit euch und ich hoffe ihr verlebt noch 2 schöne wochen in ecuador..
so ich bin jetzt erstmal weg...
macht euch keine sorgen
vielleicht komme ich ja mit körperschmuck wieder..küsse in die welt
nachtrag: hänge am flughafen fest und kann nicht fliegen..irgendwie ist wohl zuviel asche in der luft da die vulkane aktiv sind...oder nur einer...hab aus dem span-englisch mix nicht alles verstanden..na ich hoffe das ändert sich noch..alles ziemlich aufgeregt hier...
lecker cuy (meerschwein) in cuenca
06. November 2008 22:29, geschrieben von peggypfeiffer, Kategorien [ Allgemein ][ (2) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
so, endlich wieder mal erreichbar ..
was ist alles passiert...?
zuerst habe ich mich ausreichend auskuriert...und erfreue mich nun bester gesundheit...
gleichzeitig bin ich recht intensiv durchs land gereist und konnte dank moritz und franka viele schöne orte sehen, interessante menschen kennen lernen....ich habe einen kleinen einblick bekommen in die umfangreiche arbeit des ded (deutscher entwicklungsdienst)...konnte die unglaublich vielfältige fauna und flora unter anderen in mindo bestaunen...es ist wunderschön..
ecuador hat auf einer nicht so grossen fläche alles was es zum reisen braucht....innerhalb 200 km kann sich komplett die klimazone ändern...von trocken und kalt.... zu feucht, regnerisch und heiss...dazwischen hohe pässe, schneebedeckte vulkane 5800 m...dann ein paar kilometer weiter, küste, meer, sonne -strand whatever you want..
letzte woche startete ich endlich mit dem spanischunterricht in mishualli ein kleines dorf am river napo...dort unterrichtete mich eine freundin von franka, profesora de espaniol jeden tag 4h und danach wie in toronto hausaufgaben...in 4 tagen schafften wir den stoff von 12 tagen...das lustige ist mein englisch verbesserte sich auch noch..weil alle übersetzungsmöglichkeiten in englisch waren
....der ort war recht schön..am ersten tag stellte mich eunise, meine lehrerin, fast allen im dorf vor...also wenn ich mal unterwegs war...rief es auch jeden laden heraus...hola pegui, como estas?
meine hausaufgaben machte ich immer in einem kleinem familienrestaurante am fluss ...wo die ganze familie mir immer fleissig am helfen war und jedesmal neugierig meine aufgaben und meine fortschritte begutachtete...besonders
carlos satander...
vor 5 tagen bin ich dann mit moritz, franka und den rest der familie nach cuenca geflogen. cuenca ist die 2. grösste stadt in ecuador aber die schönste...eine tolle altstadt, sehr nette menschen, einen tollen nationalpark, alte inkastätten usw. hier kann man sogar das wasser vom hahn trinken...weil ein grossangelegtes umweltprojekt das möglich macht...
die ersten tage wohnten wir bei einer ecuadorianischen familie, freunde von moritz und franka und ich konnte die sehr herzliche gastfreundschaft geniessen...
vor lauter freude sind wir dann auch tatsächlich meerschwein essen gegangen in eines der typischen garküchen...ja was soll ich sagen...drücken konnte ich mich nicht..alle freuten sich so sehr , mir zum ersten mal präsentieren zu dürfen...
da lag es nun vor mir auf dem teller.... zuerst aufgespiest dann starrte ich auf ein kleines beinchen noch mit krallen und fing an, mit langen zähnen aussen daran rumzuknabbern ...naja wat soll ich sagen...wenig aber zartes fleisch, viele kleine knochen ....schmeckt wie kaninchen aber trotzdem hatte ich nicht wirklich spass dran...sicher ne reine kopfsache...
jetzt verbringe ich hier noch 3 tage in der spanischschule und bin dabei alle meine pläne zu überdenken aber dazu mehr im nächsten bericht...




